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Sich selbst lieben — Klischee oder Kompetenz?

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Du hast es sicher hundertfach gehört: „Du musst dich selbst lieben, bevor du andere lieben kannst." Es klingt schön. Es sieht gut aus in einem Instagram-Post. Aber was bedeutet das eigentlich — und ist es nur ein schöner Gedanke, oder ist Selbstliebe etwas, das wir konkret bearbeiten und entwickeln können? Die Antwort ist differenzierter, als die meisten Wellness-Zitate dir glauben machen wollen.

Selbstliebe ist nicht Selbstzufriedenheit

Einer der am weitesten verbreiteten Missverständnisse über Selbstliebe ist, dass es darum geht, sich selbst fantastisch zu finden — mit einem unerschütterlich hohem Selbstwertgefühl herumzugehen und niemals an sich selbst zu zweifeln. Doch die Forscherin und Psychologin Kristin Neff, eine der weltweit führenden Expertinnen in Selbstmitgefühl, weist auf etwas ganz anderes hin. Sie unterscheidet zwischen Selbstwertgefühl, das oft leistungsbasiert und fragil ist, und Selbstmitgefühl — der Fähigkeit, sich selbst mit der gleichen Freundlichkeit zu behandeln, die man einem guten Freund in einer schwierigen Situation entgegenbringen würde.

Das ist ein entscheidender Unterschied. Selbstliebe bedeutet nicht, blind für die eigenen Fehler zu sein oder Unbehagen zu vermeiden. Es geht darum, sich selbst zu begegnen — auch in schwierigen Momenten — ohne übertriebene Selbstkritik und Scham. Und das ist etwas, das man üben kann.

Was Selbstliebe mit Beziehungen zu tun hat

Wenn wir kein sicheres Verhältnis zu uns selbst haben, suchen wir oft das, was uns fehlt, bei anderen. Wir können abhängig von Bestätigung werden, Angst vor dem Setzen von Grenzen bekommen oder uns aus Angst vor Ablehnung von Nähe zurückziehen. Die Bindungstheorie, ursprünglich von John Bowlby entwickelt und später von vielen anderen weiterentwickelt, zeigt uns, dass die Art, wie wir in der Kindheit lernten, uns zu uns selbst zu verhalten, sich direkt in der Art widerspiegelt, wie wir als Erwachsene zu anderen in Beziehung treten.

Das bedeutet nicht, dass die Vergangenheit die Zukunft bestimmt. Aber es bedeutet, dass die Arbeit an Selbstliebe nicht Egoismus ist — es ist die Grundlage für gesunde, gegenseitige und nährende Beziehungen. Wenn du dich selbst halten kannst, hast du auch mehr Kapazität, andere zu halten.

Drei Fragen, die etwas öffnen können

Selbstliebe ist kein Ziel, das man ein für alle Mal erreicht. Es ist eine Praxis — etwas, zu dem man immer wieder zurückkehrt. Und es beginnt oft mit kleinen, ehrlichen Fragen an sich selbst. Was brauche ich gerade jetzt — nicht, was sollte ich brauchen? Wie spreche ich mit mir selbst, wenn ich Fehler mache? Und würde ich so mit jemandem sprechen, den ich liebe?

Es ist nicht immer angenehm, ehrlich auf diese Fragen zu antworten. Aber dort beginnt etwas sich zu bewegen.

Selbstliebe ist weder ein Klischee noch eine Schnelllösung. Sie ist eine Kompetenz — eine, die gelernt, entwickelt und ein Leben lang vertieft werden kann. Und sie hat direkten Einfluss darauf, wie du liebst und wie du dich lieben lässt.

Was würde es für deine Beziehungen bedeuten, wenn du anfangen würdest, dich selbst mit ein wenig mehr von der Freundlichkeit zu behandeln, die du anderen gibst?

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